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Leonie Krauß-Buck

All mein Sehnen, Herr, liegt offen vor dir, mein Seufzen ist dir nicht verborgen.   Psalm 38,10

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn es diese  Augenblicke nicht auch gäbe, - dass nämlich alles stimmt, alles passt im Leben, dass man glücklich und mit sich im Reinen ist, dass man keine Schmerzen hat, keine Beschwerden, dass man sich den Herausforderungen des Alltags tatsächlich gewachsen fühlt, man müsste am Leben manchmal verzweifeln.

Aber es gibt sie ja diese Augenblicke, und sie nähren unsere Sehnsucht nach mehr. Sie machen Hoffnung zum Leben.

So gehen wir durch unsere Tage von Augenblick zu Augenblick. Manchmal müssen wir große Distanzen überwinden, wie von Stein zu Stein über unsicheres Terrain springen, um weiter zu kommen.  Manchmal müssen uns Menschen ziehen und schieben, damit wir nicht verloren gehen.

Mancher hat eine Kunst darin entwickelt, im Springen überzeugt und souverän auszusehen, auch wenn er sich am liebsten verkriechen möchte. Manche hat unterwegs den Halt verloren und sucht verzweifelt nach dem nächsten Augenblick, in dem alles wieder gut ist.

Gott weiß um unser Sehnen und Hadern, schreibt der Beter des 38. Psalms. Vor Gott ist sichtbar, was uns zum Leben hilft und auch das, womit wir es uns schwermachen. Gott bringt uns Heilung, weil alles offenliegt, was zu uns gehört.

Das ist die Hoffnung, die Menschen Mut machen kann, einfach weiter zu gehen. Sich zu trauen, auch mal zu springen…. Bis zu dem Augenblick, an dem auch für uns selbst alles offensichtlich wird, unsere Sehnsucht endgültig gestillt wird und wir heil sind.

Mit herzlichen Grüßen für den Herbst!

Ihre/Eure

Leonie Krauß-Buck

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