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Alexandru Lita

Monatsspruch September 2021: "Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel." (Haggai 1,6)"

Ohne Gott fehlt dir was" - so könnte ein Werbeslogan unserer heutigen Zeit lauten, der für Gott wirbt. Vor mehr als 2500 Jahren hatte Gott keine Werbeagenturen, die zu seinem Dienste standen; wohl aber seine Prophet*innen, durch die er seine Botschaft, auch damals, immer wieder unmissverständlich kommunizierte. So geschah es auch mit dem Propheten Haggai, aus dessen Buch der Monatsspruch für September entnommen ist: "Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel." Gott macht hier eine klare Ansage. Achtet doch darauf, wie es euch geht - sagt er: ihr habt scheinbar alles, was ihr zum Leben braucht; ja vielleicht noch mehr. Und doch wird dadurch euer Leben nicht besser; nicht erfüllter. Merkt ihr denn nicht? Ich bin es, Gott, der euch fehlt. Ohne mich ist eure Existenz unvollkommen.

Oder, in unserer heutigen Zeit übertragen und auf dem Punkt gebracht: Ohne Gott fehlt dir was. Ja, das waren Worte die vor mehr als 2500 Jahren gesprochen und geschrieben wurden. Doch kann man heute überhaupt noch so reden? "Ohne Gott fehlt dir was" -ist so ein Spruch in der heutigen Zeit nicht obsolet, ja bestenfalls naiv? Die Realität zeigt uns doch, dass immer mehr Menschen aus den Kirchen austreten. Es gibt sicherlich tausende Beispiele die belegen, dass ein glückliches und erfülltes Leben auch ohne Gott sehr wohl möglich ist. Und überhaupt: die Idee an einem Gott zu glauben und sich zu ihm zu bekennen wird allmählich zu einer Mutprobe für die Menschen unserer heutigen Zeit. All das mag stimmen; es gibt gewiss gut fundierte Argumente dafür. Doch zur selben Zeit merke ich -aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis- immer öfter genau das Gegenteil: Menschen, die gut situiert sind, die ein hohes Ansehen genießen, die viel verdienen und sich auch vieles leisten können sind oft unruhig, unzufrieden und unglücklich. Menschen, die anscheinend ein "perfektes Leben" geführt haben, werden durch ein einschneidendes Ereignis wachgerüttelt, krempeln ihr Leben um, und suchen nach Sinn, nach Erfüllung und letztendlich nach Gott. "Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel." -vielleicht ist ja doch etwas dran: Ohne Gott fehlt uns was!

Ihr Pfarrer Alexandru Lita

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