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Ulrich Oelschläger

Jubiläum: Der Präses mit Humor, wenn es ernst wird

Dr. Ulrich Oelschläger, Präses der Synode der EKHN

Für ein wertschätzendes, integrierendes Miteinander - dafür steht Dr. Ulrich Oelschläger, Präses der Synode der EKHN

Hessen-Nassaus Synodenpräses Ulrich Oelschläger feiert in diesem Jahr am 8. September seinen 75. Geburtstag. Kirchenpräsident Jung würdigt Oelschlägers Engagement als Geschenk für die EKHN: "Als Präses agiert er mit viel Erfahrung, Überblick, juristischer und großer theologischer Kompetenz. Mit seiner Zugewandtheit und seinem Humor stärkt er – auch in schwierigen Situationen - den Geist der Zusammenarbeit.“

Am Mittwoch (8. September) begeht der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Ulrich Oelschläger, seinen 75. Geburtstag. Das mit einem ehrenamtlichen Parlamentspräsidenten vergleichbare Amt hat er seit 2010 inne. 2016 wurde er mit großer Mehrheit für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Der im nordrhein-westfälischen Oberhausen geborene Oelschläger wuchs seit seinem zwölften Lebensjahr in Rheinhessen auf. Der Pfarrerssohn studierte Germanistik, Theologie, Philosophie und Deutsche Volkskunde. Später arbeitete er als Gymnasiallehrer und wurde zugleich Studiendirektor bei der Schulaufsicht in Rheinland-Pfalz. Mitglied der hessen-nassauischen Kirchensynode ist Oelschläger seit 1992. Von 1998 an gehörte der promovierte Theologe zudem dem Kirchensynodalvorstand an. Er war auch Mitglied im deutschlandweiten Lenkungsausschuss für das Reformationsjubiläum 2017 und fungiert als Lutherbeauftragter der Stadt Worms. Oelschläger hat daneben einen Sitz im Kuratorium der Ehrenamtsakademie der EKHN und der Stiftung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau (EJHN). Oelschläger engagiert sich zudem stark im jüdisch-christlichen Dialog.

Kirchenpräsident: Präses mit Erfahrung, Überblick und theologischer Kompetenz 

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung würdigt Oelschlägers Engagement als „Geschenk für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau“. Jung: „Ulrich Oelschläger ist seiner Kirche sehr verbunden und über Jahrzehnte in vielfältiger Weise engagiert: in Gemeinde und Dekanat, im Prädikantendienst, in der Ehrenamtsakademie und in der Synode. Als Präses agiert er mit viel Erfahrung, Überblick, juristischer und großer theologischer Kompetenz. Mit seiner Zugewandtheit und seinem Humor stärkt er – auch in schwierigen Situationen - den Geist der Zusammenarbeit.“

Oelschläger: Kirche mit gesellschaftlicher Verantwortung

Immer wieder hat sich Oelschläger mit seinen Beiträgen in der Synode zu einer Kirche bekannt, die sich über geistliche Fragen hinaus auch ihrer „gesellschaftlichen Verantwortung“ stellen müsse. Als Beispiele gelten ihm unter anderem der Kampf gegen den wachsenden Antisemitismus, die Flüchtlingsfrage, friedensethische Herausforderungen  oder der Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet als Themen, bei denen sich die Synode auch immer wieder positioniert hat. Zuletzt hatte sich Oelschläger auch in der Öffentlichkeit deutlich gegen Ansichten der rechtspopulistischen Partei AfD gewandt. Zudem ist ihm das Gespräch mit der katholischen Kirche, mit anderen Religionen und mit Philosophie wichtig. „Wir brauchen den Dialog“, so Oelschläger. 

Zur Person Dr. Ulrich Oelschläger

Dr. Ulrich Oelschläger wurde am 8. September 1946 in Oberhausen in eine Pfarrfamilie hinein geboren und wuchs bei Bielefeld auf. Als Zwölfjähriger gelangte er ins rheinhessische Fürfeld im Dekanat Wöllstein. Nach dem Abitur am altsprachlichen Gymnasium in Bad Kreuznach (1966) studierte Oelschläger in Mainz Germanistik, Theologie, Philosophie und Deutsche Volkskunde. Nach dem Zweiten Staatsexamen wurde er Lehrer am Albert-Einstein-Gymnasium in Frankenthal und unterrichtete dort Deutsch, evangelische Religion, Philosophie und Ethik sowie Hebräisch. Seit 1981 wirkte er zudem in der Stellung eines Studiendirektors bei der Schulaufsicht als Regionaler Fachberater für Evangelische Religion. Berufsbegleitend studierte er von 1994 bis 2004 in Mainz an der Evangelischen Theologischen Fakultät Judaistik und schloss mit einer Promotion zum jüdisch-christlichen Verhältnis ab. Oelschläger wohnt seit 1972 mit seiner Frau in Worms. Seit 1986 ist er Kirchenvorsteher in der Wormser Magnusgemeinde. Er gehörte unter anderem der Dekanatssynode Worms-Wonnegau an und hat als letzter Präses des selbständigen Dekanates Worms die Vereinigung der Dekanate Worms und Osthofen mit gestaltet. 

Hintergrund zur Kirchensyode

Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ“ der hessen-nassauischen Kirche. Aktuell hat sie 150 Mitglieder, die von den regionalen Dekanatssynoden in die Kirchensynode gewählt werden. Das Gremium erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl die wichtigsten Leitungsämter wie das des Kirchenpräsidenten und beschließt den Haushalt. Als das maßgebende Organ geistlicher und rechtlicher Leitung trifft sie auch wichtige kirchenpolitische Entscheidungen. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten die Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit einem oder einer Präses. Gemäß Kirchenordnung sollen möglichst zwei Drittel der gewählten Synodalen nichtordinierte Gemeindemitglieder sein, ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat rund 1,4 Millionen Mitglieder in etwa 1100 Gemeinden. Ihr Kirchengebiet reicht in etwa von Biedenkopf im Norden bis Neckarsteinach im Süden. Rund ein Fünftel des Kirchengebiets gehört zwischen Bad-Marienberg und Worms auch zu Rheinland-Pfalz.


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