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Kirchenmusik

Fulminantes evangelisches Gospelfest in der Burg Hayn

Über 100 Sängerinnen und Sänger aus den evangelischen Kirchengemeinden zwischen Langen und Seligenstadt haben die "Missa Parvulorum Dei"-Gospelmesse des zeitgenössischen Komponisten Ralf Grössler fulminant über die Bühne gebracht.

Über 100 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne, dazu die brillante Sopranistin Joanne Bell, ein fantastisches Orchester und über 800 mitswingende Besucher*innen in vier Vorführungen an zwei Tagen: Die „Missa Parvulorum Dei“ war ein fulminanter kirchenmusikalischer Openair-Auftakt, das bisher größte evangelische Musikprojekt in der Region und zugleich ein verbindender Kraftakt im fusionierten Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau.

 

Unter den Dirigaten von Claudia von Savigny und Gabriele Urbanski zeigte sich schnell, dass sich Mut und Engagement aller Beteiligten voll ausgezahlt haben: Das „ganz besondere Flair“ im Hayner Burggarten – mal in spätsommerlicher Wärme, mal bei illuminierter mittelalterlicher Kulisse am kühleren Abend – lobten die Zuschauer auf dem Weg nach draußen ebenso wie den wunderbar vollen Klang des großen Chores: „Ich war so berührt“, gestand eine ältere Dame, und ihr Mann ergänzt, die wunderbaren Zwiegespräche zwischen Saxophon und Solistin Joanne Bell hätten eine „ganz besondere, intime Ebene in der Gospelmusik“ erzeugt.

„Sehr überzeugend war das im Sanctus dargestellte Tempelgeschrei der Kinder, das von dem sichtbar weißgekleideten Jugendchor der Burgkirchengemeinde mit ausdrucksstarken Bewegungen in Szene gesetzt wurde“, erzählt eine junge Dame und fügt hinzu: „In dem Moment, als der Chor durch Fingerzeig auf den Jugendchor seiner in Szene gesetzten Empörung Ausdruck gab, habe ich die Kernaussage des Stückes – der Messe für die kleinen Kinder – begriffen. Eine fantastische Idee!“

Mutig waren die fünf hauptberuflichen Kirchenmusiker*innen zwischen Langen und Seligenstadt schon bei den Proben neue Wege gegangen: Die Dekanatskantor*innen Claudia von Savigny, Dorothea Baumann und Christian Müller sowie ihre Kolleginnen Gabriele Urbanski aus Neu-Isenburg und Elvira Schwarz aus Langen hatten schon zu Beginn des Chorprojekts verschiedene Probenpakete angeboten. Regelmäßig wöchentlich an Vormittagen oder abends, mehrere Probenwochenenden und eine Intensivprobenwoche noch kurz vor Aufführung: Je nach Zeitbudget und Chorerfahrung konnten sich die Sängerinnen und Sänger den passenden Probenplan zusammenstellen – für viele Aktive eine große Erleichterung ihres ehrenamtlichen Engagements.

Möglich wurde das bis dato größte evangelische Konzertprojekt in der Region durch die Dekanatsfusion Anfang 2020, die die Kirchenmusiker*innen aus Dreieich, Langen, Neu-Isenburg, Dietzenbach und Seligenstadt als Team zusammengeführt hat. Über den großen Publikumszuspruch, der den Zeitaufwand ebenso wie das finanzielle Risiko rechtfertigte, freute sich auch der Dekanatssynodalvorstand, aus dem heraus der stellvertretende Dekanatspräses Dr. Rainer Hollmann für die Kirchenmusik verantwortlich zeichnet und die Konzertvorbereitung begleitet hat: „Wir danken deswegen allen Aktiven vor und hinter den Kulissen, der Stadt Dreieich und ihren Kulturverantwortlichen, der Dreieichenhainer Burgkirchengemeinde, dem Geschichts- und Heimatverein für Zusammenarbeit und Unterstützung, aber auch den Besucher*innen der Gottesdienste am Sonntag „Kantate“, aus deren Kollekte ein Teil dieses Konzertprojekts finanziert werden konnte.“ 


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